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Deutschlands Big 6 für den Eurovision Song Contest

ESCape mit Bennet und Tabita - Vol. 1

Von Bennet Leitritz und Tabita Prochnau am veröffentlicht.

Die sechs Kandidatinnen und Kandidaten für den deutschen Vorentscheid stehen nun fest. Und damit steigt die Vorfreude auf den Eurovision Song Contest 2022 in Turin. Bis zu den beiden Halbfinalen am 10. und 12. Mai mit dem Grand Finale am 14. Mai in bella italia müssen wir uns aber noch ein klein wenig gedulden. Bis dahin gibt es immer Dienstags, 18 Uhr eine Sendung zum ESC. In jeder Folge nehmen euch Bennet und Tabita mit auf eine Reise: Ein ESCape vom tristen Alltag rein in die bunte Welt des ESCs.

Und hier kommt sie: Vol. 1 der ESCape-Reihe

Dieser Audio-Beitrag enthält Gema-Material und musste aus diesem Grund 7 Tage nach Veröffentlichung depubliziert werden.

Maël & Jonas mit "I swear to god"

Das Duo Maël (26) und Jonas (20) landete bei The Voice of Germany 2020 auf dem dritten Platz. Jetzt wollen sie es beim ESC versuchen. Ihr Song über Liebe und Freundschaft versprüht genau die Energie, die wir beim ESC haben wollen. Fragt sich nur, wie man die beiden Jungs mit ihrem 2000-Pop-Punk auf der Bühne inszenieren kann. Wir sehen sie zumindest auf jeden Fall bei Rooftop-Konzerten und California-Roadtrips.

Felicia Lu mit "Anxiety"

Die 26-Jährige Wahl-Wienerin war 2017 schon einmal beim deutschen ESC-Vorentscheid dabei. Damals gewann Levina mit "Perfect Life". Jetzt hat es Felicia mit ihrem Song über Angststörungen und Sorgen wieder in die Vorrunde geschafft. Trotz des krassen Themas geht "Anxiety" ins Ohr und bringt einem zum Tanzen. Mit ihrem lässigen 2000-Vibe (laut Tabita ganz à la Olivia-Rodrigo) trifft die Songwriterin Felicia den Nerv der Zeit.

eros atomus mit "alive"

Er ist 21 Jahre jung und findet es einfach nur "großartig, am Leben zu sein". 2018 versucht sich Eros bei The Voice of Germany und schafft es sogar ins Finale, gemeinsam mit Ben Dolic, der mit "Violent Thing" Deutschland beim ESC 2020 vertreten hätte - wenn der Wettbwerb aufgrund der Pandemie nicht hätte abgesagt werden müssen. Wir finden Eros' Namen (kein Künstlername!) großartig, sein Song konnte uns aber nicht so recht überzeugen.

Nico Suave & Team Liebe mit "Hallo Welt"

Die vierköpfige Gruppe besteht aus den beiden Rappern Nico Suave (43), NKSN (28) und den Sängerinnen Buket Keskin (36) und EMY (19). Gottseidank haben sie sich für die Abkürzung "Team Liebe" entschieden. Ihr Ziel: mit "Hallo Welt" positive Stimmung europaweit verbreiten. Ob das klappt? Zumindest hat der einzige deutschsprachige Beitrag im Vorentscheid eine englische Bridge. Immerhin kann da der kleine Gospelpart überzeugen.

Emily Roberts mit "Soap"

So manchen dürfte die 28-Jährige ein Begriff sein: 2019 hält sich ihre Coversion des Verve-Klassikers "Bitter Sweet Symphony" 13 Wochen in den deutschen Airplay-Charts. Ihr Song "Soap" führt in die Waschstraße - oder unter die Dusche. Denn Emily möchte sich ihren Ex-Freund am liebsten mit Seife aus dem Gehirn waschen. Der Bubble-Gum-Pop erinnert ein ganz klein wenig an die Kandidatin Felicia Lu mit ihrem Song "Anxiety". Bennet hofft, dass Emily ihr Versprechen hält und sich traut, ihren Song auf der Bühne etwas rockiger zu singen. 

Malik Harris mit "Rockstars"

Für Tabita gehört der 24-Jährige Sänger und Rapper zu den "defintiv gutaussehendsten Kandidaten". Doch auch wenn der ESC dieses Jahr ganz unter dem Motto "The Sound of Beauty" steht: Malik muss vor allem mit seiner Musik überzeugen. Seit 2019 ist der Deutsch-Amerikaner bei Universal Music unter Vertrag, seinen ersten Hit landete er mit "Welcome to the Rumble." Nun will er mit "Rockstars" beim Vorentscheid glänzen. Für uns funktioniert der Wechsel von Sprechparts und Gesang in "Rockstars". Ob das auch für den ESC gilt?

Der Vorentscheid läuft am Freitag, 4. März, 20.15 Uhr, live auf allen dritten Programmen der ARD und im Livestream auf eurovision.de. Abstimmen könnt ihr ab dem 28. Februar bis zum 4. März online auf den Websiten der neun ARD-Popwellen.

Eskimo Callboy mit "PUMP IT"

Die Metalband hat es NICHT in bis in den Vorentscheid geschafft. Wir wollen sie hier aber dennoch erwähnen, denn ihre gescheiterte Bewerbung sorgt öffentlich für Aufsehen. Der NDR begründet seine Entscheidung damit, dass der Song nicht radiotauglich sei. Schade, denn wir hätten uns wenigstens im Vorentscheid mal einen gewagteren Beitrag gewünscht, der vom Mainstream abweicht. Und mit dieser Meinung sind wir nicht allein: Fans der Band haben eine Petition ins Leben gerufen. Innerhalb von fünf Tagen haben über 100.000 Menschen unterschrieben. Ein Erfolg ist unwahrscheinlich und wahrscheinlich auch hinfällig. Wir hoffen nur, dass dieser Protest eine klare Ansage Richtung NDR ist. Und das die zukünftigen deutschen ESC-Beiträge etwas weniger Mainstream sind.