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Die Eurovision Party hat schon längst begonnen

ESCape mit Bennet und Tabita - Vol. 9

Von Tabita Prochnau und Bennet Leitritz am veröffentlicht.

Wer denkt der ESC bestehe nur aus dem Großen Finale am 14.5. liegt definitiv falsch. Auch schon vor den beiden Halbfinals am 10. und 12. Mai gibt es einige Events rund um den Song Contest. Hier können die Künstler sich von ihrer besten (und oft auch verrücktesten) Seite zeigen. Nachdem wir nun alle Länder durchgegangen sind um über Die Vorentscheide und deren Gewinner zu sprechen, ist es Zeit, genauer zu betrachten, was die diesjährigen ESC-Teilnehmer so alles auf ihrem Weg zum Song Contest zu zeigen, erzählen und performen haben.

Die ESC-Parties

Um den großen Erfolg beim ESC zu feiern, braucht es vor allem eins: Fans. Und das vorzugsweise in vielen unterschiedlichen Ländern. Eine gute Möglichkeit, um Eurovision Fans für sich zu gewinnen, bieten die u.a. von Fanclubs organisierten ESC-Pre Parties. Die fanden dieses Jahr in den Städten Barcelona, Tel Aviv, London, Madrid und Amsterdam statt. Zu diesem Anlass treten die Kandidaten vieler Länder und einige, die bei den nationalen Vorentscheiden mit von der Partie waren, auf Bühnen unterschiedlichster Größe auf. Reichlich Möglichkeiten also, um das Publikum zu begeistern, und sich Unterstützer für die großen Shows ins Boot zu holen. So macht das zum Beispiel Ronela Hajati mit ihrem Song "Sekret", mit dem sie dieses Jahr für Albanien startet. 

Ungehörte Stimmen erheben sich

Die ESC-Parties bieten den Künstlern viel Raum um sich auszuprobieren. Anders als bei den Finalshows in Turin ist die Songlänge nicht auf maximal drei Minuten begrenzt. Das nutzen einige um ihren Songs noch ein bisschen extra-Charakter zu geben. So fügt beispielsweise die Lettische Band Citi Zēni ein ausgedehntes Saxophon- und Drumsolo zu ihrem Schwungvollen Song "Eat Your Salad" hinzu. 

Am heißesten erwartet waren aber die Auftritte der ESC-Teilnehmer, die ohne Vorentscheid ausgewählt wurden. Denn während sich andere Länder in den Live-Shows der Nationalen Finals beweisen mussten, wurden von den intern ausgewählten Acts meistens nur die Studioversion veröffentlicht. Die ESC-Parties sind also für einige Künstler die erste große Stimmungsprobe, und für die Fans eine erste Gelegenheit, sich ein Bild über die Gesangsfähigkeiten der Vocalisten zu machen. So kann der Belgier Jérémie Makiese zum Beispiel das Publikum mit seiner Live Version seines Songs "Miss You" gesanglich überzeugen. Die Liveauftritte sind allerdings nicht nur eine Chance, sondern auch ein Risiko. Die für Österreich antretende Pia-Maria hatte bei ihrem ersten Auftritt in Tel-Aviv mit den Nerven, ihrer Stimme und ihrer vorangegangenen Corona-Erkrankung zu kämpfen. Bei den darauffolgenden Auftritten wurde ihre Stimme allerdings immer besser, was für den ESC hoffentlich ein gutes Zeichen Für LUM!X und Pia-Maria ist. Dass sich durch eine starke Gesangsleistung ein Underdog nach vorne katapultieren kann, zeigt Nadir Rustamli aus Aserbaidschan. Er verzaubert das Publikum in Madrid nicht nur durch seinen schönen Gesang, sondern auch durch seine freundliche Ausstrahlung und Interaktion mit dem Publikum.

Die Eurovision House Party

Neben den Live Events gibt es auf dem Offiziellen Eurovision Youtube Kanal die sogenannte "Eurovision House Party". In ca. 40-minütigen Episoden zeigen die Künstler vorproduzierte Musikvideos. Mal gibt es eine aufwendige Musikvideoproduktion zu sehen, manchmal intime Gesangsmomente aus dem eigenen Wohnzimmer. Auch zeigen die Künstler alternative Versionen ihrer Songs, wie beispielsweise Akustikversionen, und zeigen andere Songs aus ihrem musikalischen Repertoire. Das ganze erinnert an die "Eurovision Home Concerts", die 2020 nach der Absage des Songcontests als kleine Alternative aus dem Lockdown erschienen. In einer der ersten Episoden der Eurovision House Party zeigt die Litaunische Sängerin Monica Liu, was sich aus dem Format machen lässt. Sie präsentiert ihren Song "Falafel" in einer Brass-Version. 

Rundum wird vor Kreativität nur so gesprüht. Da schließt sich auch unser Kandidat für den ESC aus Deutschland, Malik Harris, an. Er performt seinen 2018 erschienenen Song "Say The Name" in einer flotten Version, begleitet von ihm allein. Und er bleibt nicht nur bei einer simplen Akustik Version, sondern baut mithilfe einer Loopstation die Harmonien des Songs auf. Als zusätzlichen Wow-Faktor fängt Malik Harris dann auch noch an, auf sein aufgebautes Loop-Playback "Thriftshop" von Macklemore & Ryan Lewis zu rappen.

Fortsetzung folgt...

Und weil die Eurovision House Party so voller interessanter Momente ist, reicht uns an dieser Stelle eine Folge nicht mehr aus. aber keine Sorge, in Folge 10 von ESCape mit Bennet und Tabita führen wir weiterdurch die Auftritte und Interviews, und schauen zusätzlich noch auf den gerade laufenden American Song Contest.