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ESC: 3 mal Balkan und 2 I(s)Länder bitte!

ESCape mit Bennet und Tabita - Vol. 4

Von Tabita Prochnau und Bennet Leitritz am veröffentlicht.

Immer mehr Länder legen in nationalen Vorentscheid-Shows ihren Beitrag für den Eurovision Song Contest fest. Wir haben uns mal wieder fünf davon näher angesehen. Und zwar die drei Balkanstaaten Estland, Lettland und Lithauen und zwei I-Länder: Italien und Israel. Natürlich nicht, ohne einen Blick auf die einzelnen Shows zu werfen. Und auf die Songs, die im Vorentscheid nicht den ersten Platz erreicht haben. Dabei verraten wir euch also auch unsere jeweiligen Favoriten. Und wer noch nicht genug bekommt - keine Sorge! Denn immer Dienstags, 18 Uhr, gibts eine neue Sendung zum ESC. In jeder Folge nehmen euch Bennet und Tabita mit auf eine Reise: Ein ESCape vom tristen Alltag rein in die bunte Welt des ESCs.

Und hier kommt sie: Vol. 4 der ESCape-Reihe

Dieser Audio-Beitrag enthält Gema-Material und musste aus diesem Grund 7 Tage nach Veröffentlichung depubliziert werden.

Estland

Sieger Stefan mit "Hope" 

Mit deutlichem Vorsprung (62 % der Zuschauerstimmen; doppelt so viel wie die Zweitplazierte) siegt Stefan Airapetjan beim estnischen Vorentscheid. Der 24-Jährige hat schon drei mal versucht, Estland beim ESC zu vertreten. In Estland ist er schon ziemlich bekannt: als Sieger von "The Masked Singer" und durch mehrere Radiohits. Mit seinem angehauchten Western-Song "Hope" und seiner warmen Stimme kann er das Publikum für sich gewinnen. Während sich der Song musikalisch zu einer richtigen Pop-Hymne der Hoffnung steigert, wird auch Stefan immer enegretischer. Seine Freude bringt er der charismatische Sänger nicht nur durch sein Lächeln zum Ausdruck: auch seine Stimme und seine Performance reißen das Publikum mit.

Zweitplazierte Minimal Wind ft. elisabeth tiffany mit "What to Make of This"

Die Gruppe liegt zwar einiges hinter dem Sieger Stefan, aber den zweiten Platz hat sie trotzdem verdient: "What to Make of This" ist einfach ein cooler Chill-Out-Song. ESC-tauglich ist er zwar nicht, aber Bennet und Tabita mögen ihn trotzdem.

Italien

Sieger Mahmood & BLANCO mit "Brividi"

Das Gastgeberland Bella Italia hat sich für eine Ballade über "Gänsehaut" entschieden. In "Brividi" singen Mahmood und Rapper BLANCO über ein sehr intimes Thema: die Angst, sich verletzlich zu machen und eigene Fehler zu zeigen. Und zwar vor dem Menschen, den man liebt. Mahmood (29)  wurde durch seinen ESC-Beitrag "Soldi" bekannt. BLANCO (19) konnte sich im letzten Jahr durch einige Hits in Italien einen Namen machen. Der gemeinsame Produzent Namens Michelangelo (kein Witz) brachte sie als Duo zusammen. Und als Duo machen sie auch das Rennen beim Sanremo-Festival. Von Anfang an gelten die beiden als Favorit für den Musikwettbewerb. Bereits zwei Tage nach ihrem Sieg landet ihr Song "Brividi" auf Platz zwei der italienischen Charts. Auf Spotify ist er in den "Global Top 50" auf dem fünften Platz. Bennet und Tabita hat der Song im Original mit über 40 Millionen Aufrufen nicht sonderlich begeistern können. Dafür ist der Auftritt beim Sanremo Festival emotional und bewegend. Mahmood und BLANCO interagieren so gut miteinander, dass die Intimität des Songs förmlich spürbar ist.

Unsere Favoritin Giusy Ferreri mit "Miele"

Beim Sanremo-Festival waren wieder einige Balladen mit la grande emozione dabei. Einzelne Songs konnten aber rausstechen. Und zwar solche die musikalisch in andere Richtungen gehen wie etwa Electronic Dance Music oder Latin-Pop. Tabita hat ein Song besonders gefallen: Giusy Ferreri kennt sie schon von dem italienischen Sommerhit 2018 "Amore e Capoeira". Damals fällt sie schon durch ihre außergewöhnliche Stimme auf. Und auch Bennet ist von ihrem Song "Miele" ganz angetan:

Lettland

Sieger Citi Zēni mit "Eat Your Salad"

Die sechsköpfige Gruppe Citi Zēni hat sich beim lettischen Vorentscheid den ersten Platz gesichert. Mit "Eat You Salad" haben alle Vegetarier und Veganer nun eine eigene Hymne. Der mit Humor gemeinte Song addiert einen grünen Lebensstil mit zweideutigen Lyrics. Vielleicht ist das der Grund, warum der Song bereits vor dem Vorentscheid viel Aufmerksamkeit erreichte. Im Finale waren die Stimmen der Jury und die des Publikums eindeutig. Dort tritt die Gruppe auch exzentrisch und vor Energie nur so sprühend auf: in kunterbunten Anzügen, mit Sonnenbrillen und unterhaltsamen Dancemoves. Und damit ist "Eat You Salad" Bennets absoluter Lieblingssong beim ESC. Bei Tabita ist der Funke nicht so übergesprungen.

Mitfavoritin Aminata mit "I'm Letting You Go" 

Im Finale des lettischen Vorentscheids "Supernova" standen 11 Künstlerinnen und Künstler. Dieses Mal waren tatsächlich auch wieder viele unterhaltsame Songs dabei. Die ernste und emotionale Ballade "I'm Letting You Go" von Aminata hat Bennet und Tabita beeindruckt. Vor allem durch ihre starke Stimme, die live sehr ergreifend ist.

Israel

Michael Ben David mit "I.M."

Dieses Jahr hat sich Israel gedacht: Mensch, die Kosten für eine extra Vorentscheid-Show sparen wir uns. Wieso nicht einfach die Castingshow "The X-Factor Israel" als Vorentscheid verwenden? Der Gewinner ist Michael Ben David mit dem Song "I.M.". Mit dem Song wird er Israel auch beim ESC vertreten. Auf der Bühne liefert der 25-Jährige eine hervorragende Show ab. Selbstbewusst und divenhaft tanzt und singt er zu dem Pop-Song mit Disco-Groove. Besonders ist dabei vor allem seine hohe Singstimme. Selbst in den Sprechparts erreicht er eine hohe Tonlage. Recht ungewöhnlich für einen Mann. Tatsächlich wurde Michael für seine Stimme in der Schule früher gemobbt. Und auch seine Mutter hatte lange Zeit ein Problem mit seiner Homosexualität. Kein Wunder also, dass der Isreali umso stolzer in seinem Song "I.M." über Selbstakzeptanz singt. Wobei Akzeptanz schon eine Untertreibung ist, denn: "noone brings me down, I'm gonna take the crown, give it to me now".

Tabitas Mitfavoritin Sapir Saban mit "Breaking Down My Own Walls"

Michael Ben David war der einzige der vier Finalisten der israelischen X-Factor-Sendung, der davor nicht an einer Reality-Show teilgenommen hat. Die Alternative zum sonstigen Vorentscheid "Rising Star" gewinnt er nur mit einem Punkt Vorsprung. Im Televoting siegt er eindeutig, während die Fachjury einen anderen Favoriten hat. Tabita fand die restlichen Beiträge bei weitem nicht so gut wie "I.M.". Die Balalde von Sapir Saban hat ihr aber gefallen. "Breaking Down My Own Walls" klingt auch nach einem Song über Selbstakzeptanz und kann vor allem in der Live-Version überzeugen. Sapirs Stimme ist kraftvoll und ausdruckststark. Ganz anders wie im Orginal, wo ihr Gesang viel zu geglättet ist.

Litauen

Siegerin Monika Liu mit "Sentimentai"

Premiere: Litauen schickt einen Song ins Rennen, den Monika Liu vollständig auf Litauisch singt. Ein Song in der Landessprache. Das hatte Litauen zuletzt beim ESC 1994. Für ihren Song "Sentimentai" ("Gefühle") kassiert die 34-Jährige die meisten Stimmen des Publikums. Und auch von der Fachjury gibt es zwölf Punkte. Ihr Song landet zudem auf Platz eins der litauischen Charts. Ihr Elektro-Pop-Song zieht den Zuhörer in den Bann und wirkt schon fast wie eine Hypnose. Tabita macht der Song Angst, Bennet dagegen liebt ihn. Vor allem all die kleinen musikalischen Details in "Sentimentai" gefallen ihm. Cool ist der Song aber auf jeden Fall. Vor allem erinnert er trotz seinen modernen Zügen an einen französischen Chanson. Monika Liu: die Litauische Edith Piaf und Barbara Pravi aus der Zukunft.

Mitfavoritin Augustė Vedrickaitė mit „Before you're 6 ft under" 

Ansonsten waren in dem litauischen Vorentscheid wirklich skurille Nummern dabei. Begeistert hat aber zum Beispiel Augustė Vedrickaitė mit einer Pop-Rock-Nummer. Der Song klingt wie ein Bruce-Springsteen-Hit aus den 80ern. Nur Augustės Rapeinlage hätte bei Bruce sicherlich gefehlt.

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