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Frühstücksmusik

ESC-Songs: Von der 70er Jahre "Disko" in den "Llámame"-Club

ESCape mit Bennet und Tabita - Vol. 6

Von Tabita Prochnau und Bennet Leitritz am veröffentlicht.

Immer mehr Länder legen in nationalen Vorentscheid-Shows ihren Beitrag für den Eurovision Song Contest fest. Jede Woche, immer Dienstags 18 Uhr, nehmen wir euch mit auf eine Reise: den ESCape aus dem tristen Alltag mitten hinein in die bunte Welt des ESCs. Unsere Reise hat uns dieses Mal in die skandinavischen Länder Dänemark und Finnland geführt. Auch den Balkan-Ländern Slowenien und Rumänien haben wir einen Besuch abgestattet. Los ging die Reise aber in Bennets Lieblingsland in Europa: Australien.

Australien

Gewinner Sheldon Riley mit "Not The Same"

Den Anfang unserer Reise macht Australien. Australien?! Was macht den Australien beim europäischen Song Contest? Seit 2015 ist das Land beim ESC dabei. Und ein großer Fan des Musikwettbewerbs. So groß, dass Australien ein lukratives Angebot abgelehnt hat: wie die "Big 5" stets automatisch im Finale zu stehen. Im diesjährigen Vorentscheid hat sich das Land nicht nur Diversität auf die Fahne geschrieben, sondern auch mit Licht und Schatten effektvolle Auftritte hingelegt. Sheldon Riley geht aus den zehn Acts schließlich als Sieger hervor. In "Not The Same" schafft es der Sänger, seine starke Stimme gut in Szene zu setzen. Mit einem Art eisernem Vorhang über dem Gesicht und schwarzer Schleppe performt Sheldon seinen dramatisch emotionalen Song mehr als erfolgreich.

Bennets Mitavoritin Erica Padilla mit "To the Bottom"

Zehn Acts nahmen am Vorentscheid "Australia Decides" teil. Gar nicht so einfach, sich da auf nur einen weiteren Act zu beschränken. Bennet entscheidet sich aber für Erica Padilla. Live war sie gesanglich zwar an manchen Stellen nicht so stark, ihr R&B-Song ist und bleibt aber cool.

Slowenien

Sieger LPS mit "Disko"

Mit der Schülerband LPS (der Name steht für "Last Pizza Slice") geht es ab in die "Disko". Wie bitte? Ja, dieses Jahr vertritt ein Nachwuchs-Act Slowenien beim Eurovision Song Contest. Ja, der Bandname LPS steht laut Angaben der Band für "das letzte Stück Pizza". Und ja: in dem souligen Jazz-Song (!) geht es um eine Begegnung in der Diskothek. Laut Lyrics hat die Band dort einen Auftritt und der Keyboarder Žvižej (zu Deutsch "Pfeife") vergeigt sein Solo. Mit dieser Selbstironie gelingt LPS überraschend der Sieg im slowenischen Vorentscheid. Der Song erinnert an Disco-/Funk-Songs der 70er Jahre. Gemischt mit Jazz ist das ein interessantes Genre, das beim ESC bisher kaum vertreten ist. Ob das auf der ESC-Bühne gut geht?

Tabitas Favoriten No. 1 Manouche mit "Si Sama?"

 Im eigentlichen Vorentscheid "EMA" gab es einen ganz bunten Mix an zwölf verschiedenen Songs. Von Rap über Elektropop bis hin zu Folklore war alles dabei. Auch die Band Manouche mit ihrem spaßigen Swing-Song "Si Sama?".

Tabitas Favoritin No. 2 Katja Kos mit "Deadly Flower"

Slowenien hat gleich zwei Vorentscheide: den richtigen Vorentscheid „Evrovizijska Melodija" (kurz EMA) und den Junior-Wettbewerb "EMA Freš". Tabita hat sich beide mal näher angeschaut. Besonders gefallen hat ihr im Nachwuchs-Vorentscheid die Sängerin Katja Kos mit ihrer Dark-Pop-Nummer "Deadly Flower". Trotz ihrem recht monotonem Gesang schafft es die Sängerin für Gänsehaut zu sorgen. Oder vielleicht gerade deshalb?

Für den Sieg hat es Katja Kos jedenfalls nicht gereicht. Dafür dufrte dann aber die Siegerband LPS im richtigen Vorentscheid "EMA" teilnehmen und auch den ersten Platz erreichen.

Finnland

Sieger The Rasmus mit "Jezebel"

Die Rockband vertritt Finnland dieses Jahr beim ESC. Interessant: Desmond Child, der sonst Hits für Rockgrößen wie Kiss, Areosmith und Alice Cooper schreibt, hat den Song "Jezebel" gemeinsam mit Frontmann Lauri Ylönen geschrieben. Wen wundert es da noch, dass die Band The Rasmus damit den finnischen Vorentscheid gewonnen hat. In "Jezebel" geht es übrigens um eine Vamp, die das Herz des lyrischen Ichs gebrochen hat. Das Motto der Band muss wohl von Norwegens ESC-Beitrag Subwoolfer mit "Give That Woolf A Banana" abgeleitet sein: Bühnenbild und Outfits, samt Pelzmantel, sind gelb. Genauso wie das norwegische Duo, das sich öffentlich nur in gelben Wolfoutfits zeigt.

Bennets Favorit Isaac Sene mit "Kuuma Jäbä"

Kuuma Jäbä heißt so viel wie "Heißer Typ". Und bei Isaac Sene gings heiß her: sein Liveauftritt ist mit Closeups, Perspektivwechseln und Lichteffekten so geschnitten, als würde man gerade ein Musikvideo anschauen. Wer der "Heiße Typ" ist? Seht selbst.

Rumänien

Sieger WRS mit "Llámame"

Spanische Club-Sounds: die gibts dieses Jahr aus Rumänien. Ja, richtig. Der rumänische ESC-Beitrag ist zwar auf Englisch, enthält aber spanische Zeilen. Nach 2007 und 2012 ist das in Rumänien nun zum dritten Mal der Fall. Was der 26-Jährige Sänger Andrei-Ionuț Ursu (WRS) auf jeden Fall kann, ist tanzen. Musikalisch kann uns der Song aber nicht so recht überzeugen. Die Gesamtperformance sorgt gemeinsam mit den redudanten und einfallslosen Lyrics "Hola mi bebebe, llámame, llámame" ("Hallo mein Ba-hay-by, ruf mich an, ruf mich an") für Gänsehaut. Aber nicht die der positiven Art.

Tabitas Favoritin Alina Amon mit "Without You"

Die Pop-Ballade hat Power: Starke Lyrics und eine junge Sängerin, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme einer Céline Dion ähnelt. Ein gewagter Vergleich. Doch Alinas Gesang erinnert auch live an die Stimmen von so manchen Popgrößen. Zudem kauft Tabita ihr die Emotionen ab - und spürt sie förmlich nach.

Dänemark

Siegerin Reddi mit "The Show"

Die Band liefert mit ihrem Song eine wahrhafte Show ab. "The Show" beginnt mit einer langsamen Ballade. Frontsängerin Siggy Savery sitzt an einem schwarzen Flügel und begleitet sich scheinbar selbst. Ihre Stimme ist stark und dann wieder zart, leise und zerbrechlich. Doch dann entwickelt sich die Ballade in einen schnellen Pop-Rock-Song. Damit hat sich die vierköpfige Band den Sieg geholt. Allerdings auch nur knapp: im Superfinale waren die Punkte fast gedrittelt. Reddi kann mit nur 37 Prozent führen. Interessant: die Band Reddi wurde von Schlagzeugerin Hayda extra für den Vorentscheid zusammengestellt.

Bennets Favoriten Josie Elinor & Jack Warren mit "Let Me Go"

In dem Duett "Let Me Go" bringen Josie Elinor und Jack Warren einen Breakup-Song auf die Bühne. Musikalisch ist die Ballade recht simpel. Bennet überzeugt der Song aber trotzdem. Das Zusammenspiel aus Performance, Staging und gesangliche Variationen gegen Ende des Songs funktionieren.

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