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Generation Streaming - das Spotify-Phänomen

Spotify und der Musiker

© Lena Hofbauer

Von Lena Hofbauer am veröffentlicht.

Musikindustrie heute: Spotify, Spotify & Spotify

Monokulturen in der Streamingbranche verändern die Musikwelt in vielerlei Hinsicht. Ein Klick, ein Playlisttitel, und los geht das Hörerlebnis. Musiksuche ist nicht mehr nötig, denn Streaminganbieter fertigen Playlists für jede Stimmung an.Statt einzelne Musiktitel auf den Mp3 Player zu laden, wird heute die Plattform Spotify angeklickt. So kann man ganz leicht so ziemlich jeden Musiktitel der Welt streamen. Und damit machen die Streamingdienste immer höhere Umsätze. Praktisch für die Konsumenten, aber was bedeuten die neuen Streaming Services für Künstler? Lena Hofbauer hat mit Musikern über die Grenzen und Möglichkeiten von Spotify gesprochen.

Mit 2, 3 Klicks kriegst du jeden Song der Welt, sofort. – Benedikt Wiehle

Jeden Morgen, jeden Abend, zu jeder Stimmungsphase des Lebens begleitet uns das Streaming-Portal Spotify. Wo früher noch bewusst nach der richtigen CD gegriffen wurde, um die Lebenssituation zu unterstützen, klickt man heute auf das grüne Icon und lässt sich von vorgefertigten Playlists berieseln. Doch wie sehr rutschen vor allem die jungen Generationen in einen vorgefertigten Mainstream ab?

Professor Dr. Dominik Papies untersucht als Wirtschaftsprofessor die Auswirkungen auf die Musikindustrie mit besonderem Blick auf das Monokulturunternehmen Spotify. Denn wer herumfragt, hört selten etwas von anderen Streaming-Anbietern. Spotify hat einen Platz eingenommen, der schwer neu zu besetzen ist.

Das ist wohl hauptsächlich der Digitalisierungswelle zu verdanken. Mit großen Veränderungen musste sich der Musikmarkt neu anpassen. Darunter litten und leiden vor allem Musiker. Leon Alex ist einer davon. Auch er verkauft seine Musiktitel hauptsächlich über Spotify-Abonnements. Ebenso Benedikt Wiehle: Mit seiner Band ist Spotify ein Muss.

Wie wird es mit der Musikindustrie weitergehen? Was macht das Streaming mit der Musikgesellschaft? Gibt es bald noch individuelle Musikhörer?

Bevor ich auf Spotify war hab ich immer gedacht: Da können nur große Künstler hin. Genauso wie wenn man Musik im Radio hört, wenn man im Radio ist hat man's geschafft.– Leon Alex

Als Musiker auf Spotify seine Musik zu vertreiben ist für den Gitarrenkünstler Leon Alex essentiell. Für ihn sind – wie für die Hörer - Streaming Plattformen DAS Musik-Tool der Gegenwart. Es geht für ihn erstmal nicht so sehr ums Geld verdienen, sondern darum, gehört zu werden.

Playlists sind ein Sprungbrett

Um gehört zu werden, kommt man bei Spotify da also nicht drum herum. Playlist ist aber nicht gleich Playlist. Bandmitglied Benedikt kennt zwei Sorten: Die selbst erstellten Playlists von Spotify und die Playlists von Privatleuten. Da kann man sich als Band sogar einkaufen.

Für viele Künstler ist das Musikerdasein heute eine Herausforderung der Existenz in der Nische. Neben einem Playlistplatz, damit die eigene Musik zum Spotify-Mainstream wird, muss der eigene Song qualitativ stimmen. Die Musiker müssen herausfinden, wie der Spotifynutzer vom Song überzeugt werden kann. Viel Musik wird direkt für Spotify produziert. Die ersten 30 Sekunden sind also entscheidend. Aber auch hochwertige Musik wird von Künstlern wie Leon und Benedikt erwartet.

Breites Musikhören durch Streamen

Musikhören geht durch Spotify und Co. In die Breite. So haben unbekannte Musiker wie Leon und Benedikt mehr Chancen als auf dem klassischen CD Markt. Spotify ist für sie ein Segen.

Musiker kommen an Streaming Plattformen wie Spotify kaum noch vorbei. Auch wenn sie nicht das große Geld machen, ist Spotify eine Chance, als Musiker durchzustarten. Ob sie sich durchsetzen können und ob kürzere Formate bald mehr gefragt sind, ist noch nicht absehbar.

© Lena Hofbauer

Die Nutzung für Spotify geht ganz bequem von überall aus über das Smartphone.