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Junger Kulturkanal

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Frühstücksmusik

Gianni Schicchi - Oper von Giacomo Puccini

Junges Kollektiv MusikTheater e. V.

© Janina Heinle

Von Janina Heinle am veröffentlicht.

Eine Opernaufführung der anderen Art

Florenz um 1300: Der reiche Buoso Donati ist verstorben und die Trauer der Hinterbliebenen kennt keine Grenzen. So der tragische Beginn der Oper, zu dem sich die Musik jedoch vollkommen unpassend verhält. Das Orchester kann sich vor unterdrückter Vorfreude kaum bremsen. Dieser euphorische Audruck klärt sich jedoch gleich wenig später: Die Trauer ist nur gespielt, jeder der Verwandten lechzt bereits nach dem Erbe, das nun endlich ausgeschüttet werden soll. Umso entsetzlicher dann der Schock, den das Testament für sie bereithält: Der alte Buoso hat alles einem Kloster vermacht. Die raffgierige Familie geht leer aus!

In diese schlechte Stimme mischt sich nun auch noch die fordernde Stimme des Rinuccio, des jüngsten Donati. Dieser sehnt sich danach, endlich seine geliebte Lauretta heiraten zu dürfen, doch die Familie ist nicht in Gönnerlaune. Da hat Rinuccio die rettende Idee: Gianni Schicchi, für seine Raffinesse bekannt und obendrein Laurettas Vater, soll den um ihr Erbe Geprellten aus der Patsche helfen. Auf das inständige Bitten seiner Tochter hin, willigt Schicchi schließlich ein und ersinnt einen Plan.

Für seine Dreistigkeit wurde Gianni Schicchi von Dante, dem "großen Vater", wie ihn Schicchi selbst liebevoll spöttisch betitelt, literarisch in den 8. Höllenkreis seines Inferno verbannt. Zurecht?

Wer ist das Junge Kollektiv MusikTheater e. V.?

© Chris Reuter

Der Vorstand (v.l.n.r.): Marlene Pawlak, Fabian Grimm, Rosalie Suys, Jasper Lecon und Janina Heinle

Oper. Langweilig, eingestaubt, altbacken. Und weil wir keine Lust auf Klischees haben, probieren wir es mit etwas Neuem: Wir nehmen der Oper die Maske ab und inszenieren anders – aber für jeden zugänglich. Im Fokus steht nach unserem Gründungsprojekt Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart nun Gianni Schicchi von Giacomo Puccini.

Im Frühjahr 2018 kam erstmals die Idee für ein unabhängiges MusikTheater-Projekt auf. Nach und nach wurde aus anfänglichem Wunschdenken ein großes Ensemble, das auf viel Begeisterung und Unterstützung stieß.

Ein ganzes Opernprojekt sollte also auf die Beine gestellt werden. Natürlich blieb es da nicht bei fünf Mitgliedern, die ihre Ideen beisteuern. Nach und nach wurden Musiker, Sänger und zahlreiche Helfer mit ins Boot geholt. Das Schöne an diesem bunten Potpourri ist, dass wir alle ein gemeinsames Ziel verfolgen und die Liebe zur Musik (insbesondere zur Operngattung) teilen.

Und Regeln? Die gibt es nicht. Es gibt keine klassische Bühne, keine eingestaubten Vorgaben. Die Zuschauer sollen hautnah ins Geschehnis eintauchen - und so ihre Perspektive ändern, ja, sich vielleicht sogar loslösen von Bildern, die man bisher im Kopf hatte.

Inzwischen sind wir ein eingetragener Verein und dürfen uns Junges Kollektiv MusikTheater e. V. nennen. Nach unserer ungewöhnlichen Räumlichkeit der letzten Aufführung wird es auch für Gianni Schicchi spannend: Die Fleischmarkthalle auf dem Alten Schlachthof in Kalrsruhe wird direkt zur Teil der Inszenierung - das Publikum darf gespannt sein.

Musikalische Highlights? Die ganze Oper ist voll davon!– Jasper Lecon, Musikalische Leitung

Jasper Lecon ist Vorstandsmitglied des Jungen Kollektivs MusikTheater e. V. und übernimmt bei Gianni Schicchi die Musikalische Leitung. Er erzählt, wie er sich auf das Stück vorbereitet hat und worin er eine Herausforderung sieht.

© Janina Heinle

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Ich wünsche mir, dass man nach diesem Abend rausgeht und sich Gedanken macht. Wie würde man selbst urteilen? Über Gianni Schicchi? Und vor allem über das, was er getan hat?– Marlene Pawlak, Regie

Marlene Pawlak, ebenfalls Vorstandsmitglied, übernimmt bei Gianni Schicchi die Regie. Sie erzählt, worauf sie bei ihrer Inszenierung besonders Wert legt.

© Janina Heinle

Die größte Herausforderung ist gleichzeitig auch die größte Stärke des Stücks: Die ungaublich schnellen Wechsel und die vielen verschiedenen Charaktere.– Rosalie Suys, Dramaturgie

Rosalie Suys, auch im Vorstand des Jungen Kollektivs MusikTheater e. V., übernimmt die Rolle der Dramaturgin. Außerdem spielt sie Fagott im Orchester. Mit der Sicht auf beide Seiten berichtet sie über die Vielseitigkeit des Stückes:

© Janina Heinle

Ich könnte auch nur proben. Dann wäre ich auch glücklich. Aber die Aufführungen vor Publikum sind für mich einfach Extra-Glück. Wenn dann schlussendlich alles zusammenkommt.– Steinunn Sigurdardottir, Sopranistin

Steinunn Sigurdardottir singt Lauretta in Gianni Schicchi. Sie spricht über ihre Emotionen in der Rolle und über ihre große Arie "O mio babbino caro".

© Janina Heinle

Es macht einfach so viel Spaß, den Sängern zuzuhören und zuzuschauen. Das Orchester ist zwar etwas entfernt, aber durch die Vermittlung des Dirigenten läuft es sehr gut.– Sebastian Sakmann, Trompeter

Sebastian Sakmann spielt Trompete im Orchester. Er spricht über seine beiden musikalischen Highlights:

© Janina Heinle

Gianni Schicchi - Oper von Giacomo Puccini

Premiere am 23. August 2019, weitere Vorstellungen am 25. und 26. August 2019

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Einführung um 18.45 Uhr

Bewirtung ab 18 Uhr von café alina

Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof 13, 76131 Karlsruhe

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Wir sind AUSVERKAUFT! Es besteht die Möglichkeit, sich an den jeweiligen Vorstellungen ab 18.30 Uhr auf eine Warteliste setzen zu lassen. Reservierte Karten, die bis 19.15 Uhr nicht abgeholt werden, werden dann freigegeben.

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HIer geht's zu unserer Homepage: http://jungeskollektivmusiktheater.de

Wir sind auch auf Facebook: https://www.facebook.com/jungeskollektivmusiktheater

Und auf Instagram: https://www.instagram.com/kollektivmusiktheater 

© Janina Heinle