JKK

Junger Kulturkanal

LÄUFT

Campusradio Karlsruhe

Medienwelt Hamburg

Innovationsdruck überall

© Marcel Hiller

Von Milena Jaiser, Laura Schiffler, Marcel Hiller, Johannes Heuft, Tabea Wilkens, Ulrich Wiederspahn und Pauline Link am veröffentlicht.

Digitalisierung, Innovation und der Kampf ums Überleben.

Längst beherrschen diese drei Schlagworte die Medienwelt. Musikjournalismus-Studierende haben sich die aktuelle Situation in der Medienmetropole Hamburg angeschaut. Innovationsdruck ist überall spürbar, doch jedes Unternehmen hat seine eigenen Strategien und Mittel damit umzugehen.

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© Ulrich Wiederspahn

Christopher Franzen im JKK-Interview

Radio Hamburg

„Wir als Branche müssen die Kooperationen hinbekommen", so Christopher Franzen, der sich um die Zukunft von Radio Hamburg kümmert.

Das Radio bekommt immer mehr Konkurrenz durch Streamingdienste und muss sich neue Wege überlegen, wie es dem Innovationsdruck standhalten kann. Radio ist eben nicht mehr nur die UKW-Frequenz, sondern muss heutzutage trimedial aufgestellt sein. Das heißt mit einer eigenen Homepage, Social-Media-Präsenz sowie Audioportalen.

„Man kann dieser Herausforderung mit Angst oder Neugier begegnen. Ich tendiere immer eher zu dieser Neugier und dann auch mal dazu Dinge auszuprobieren, Mitarbeitern andere Freiheiten zu geben“, so Christopher Franzen im Interview. Es ist eine reale Herausforderung, aber machbar. Die Umsetzung dauert meistens ein bis zwei Mitarbeitergenerationen.

Der gute Radiomacher verbindet das Alte und das Neue zu einem Sinnvollen.– Christopher Franzen

Die großen Medienunternehmer müssen den medialen Wandel aktiv vorantreiben. Dann können sie den kleinen Radiosendern dabei helfen.

Das konventionelle Radio ist zwar immer noch ein Ausspielweg, jedoch funktioniert die Verbreitung inzwischen in einem Dreiklang. Mit der linearen Ausspielung über UKW hat Radio Hamburg eine gewisse Grundreichweite. Das Digitalradio spielt natürlich heute eine ebenso große Rolle. Das Internetradio ermöglicht die Personalisierung für den Hörer.

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NDR Info – verlässlich und schnell

Ein Nachrichtenformat im digitalen Wandel

© Tabea Wilkens

Radiomensch Sebastian Ottowitz wird bald enger mit dem Fernsehen zusammenarbeiten. Sebastians Sender NDR Info stellt sich gerade auf den größten Wandel ein, den der NDR je gesehen hat.

© Infobox: Marcel Hiller

Der öffentlich-rechtliche NDR ist an den Rundfunkstaatsvertrag gebunden. Die Nachrichten von NDR Info müssen verlässlich sein. Beim NDR gibt es bisher getrennte Redaktionen für Hörfunk und Fernsehen. NDR Info wird in den nächsten zwei Jahren mit dem Fernsehsender NDR Aktuell zusammenwachsen. Vielfältige Nachrichtenformate sollen die Menschen über verschiedene Ausspielwege erreichen. „Egal wo ich hingucke, will ich verlässliche Informationen bekommen.“, sagt Ottowitz.

Sebastian Ottowitz verspricht sich Vorteile von der Zusammenarbeit mit NDR Aktuell.

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Hamburg 1

Kostengünstiges, aber qualitatives Lokalfernsehen

Während hier im Südwesten Regionalfernsehsender Insolvenz anmelden, sieht sich Hamburg1 für die Zukunft gewappnet. Seine kommerzielle Stärke liegt in der Lokalinformation mit Nachrichten, Wetter und Verkehrsinfos aus Hamburg. Hinzu kommen Business-Sendungen regionaler Unternehmen und Werbesendungen. Hamburg1 ist ein zu 100% werbefinanzierter Sender.

Die Zuschauerreichweite ist wichtig, auch für die Werbekunden. Neben traditionellem Fernsehen stellt sich der Sender mit Homepage, App und Social Media, wie YouTube oder Instagram, breit auf. Kooperationen und der Verkauf von Beiträgen und Sendungen erweitern die Gesamtreichweite.

Hamburg1 will qualitative Beiträge mit wenig Kostenaufwand produzieren, sagt Geschäftsführer Jörg Rositzke.

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Das Hamburger Abendblatt

Kosten und Technik sind auch beim Print heute zu einem wichtigen Überlebensfaktor geworden. Auch das traditionelle Medium Zeitung muss, laut Bernd Röttger, so flexibel werden, dass es in der geballten Medienlandschaft Hamburg eine Chance hat.

Kultur als Köder

Der stellvertretende Chefredakteur ist optimistisch: "Die Kultur spielt bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle. Die Kritiken, die wir von Theaterstücken und Konzerten machen, führen immer zu digitalen Abos. Das ist eine ganz tolle Nachricht für unsere Kulturredakteure, die jetzt mit stolzgeschwellter Brust durch die Redaktion gehen."

© Laura Schiffler

Kürzer, schneller, visueller

Berndt Röttger:
"Ich habe vor 30 Jahren angefangen mit einer Schreibmaschine, abends war Redaktionsschluss. Heute verlassen die Onliner die Redaktion erst um Mitternacht. Die Kollegen arbeiten von überall. Sie sind es gewohnt, eine kurze Nachricht vor Ort zu verfassen, ein Foto, ein kurzes Video oder eine Audioaufnahme vom Smartphone mitzubringen für unsere verschiedenen Kanäle: Wir machen Podcasts, Zeitung und Magazine.

Ich finde Print hat eine Zukunft. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren 23 Magazine mit einer Auflage von mehr als 600.000 gedruckt, das lohnt sich auch für den Verlag. Das ist ein anderer Printjournalismus als die Tageszeitung. Die wird es auch noch viele Jahre geben, davon bin ich überzeugt. Das Problem ist nicht die Nachfrage, sondern, dass es immer schwerer wird, Zusteller zu bekommen. Es werden andere Medien zu den Zeitungen dazukommen und die Zeitung wird auf kleinerem Niveau als „elitäres“ Medium weiterleben."

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NDR Kultur

Wandel im Kulturradio ist gar nicht so leicht. Junge Hörer haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und sind an Schnelligkeit, kurze Stücke und Mashups  gewöhnt. Klassikliebhaber und Enthusiasten wünschen sich ganze Sinfonien und gehen bei gekürzten Musikstücken auf die Barrikaden.

Andere Radiosender richten sich an eine klar definierte Altersgruppe. NDR Kultur ist dagegen ein Format, das sich an viele Altersgruppen wendet. Bei unter 2% Marktanteil verlangt jede Veränderung viel Fingerspitzengefühl.

Michael Schreiber, Musikchef NDR Kultur