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Musikvermittlung heute und in Zukunft - Das digitale Zeitalter

Unsere Studierenden haben vier Dokus erstellt

© Ulrich Wiederspahn, Grafik: Selina Lange, https://openmoji.org/library/#search=question&emoji=2753

Von Ulrich Wiederspahn, Milena Jaiser, Laura Schiffler, Johannes Heuft, Marcel Hiller und Tabea Wilkens am veröffentlicht.

Vier verschiedene Dokus

© Ulrich Wiederspahn

Konzerthäuser und Opernhäuser sind lahm gelegt, Musikunterricht in Schulen findet praktisch gar nicht mehr statt - das sind große Folgen der Pandemie. Die Musikvermittlung bleibt dabei auf der Strecke. Eine Chance könnte dabei die digitale Welt sein. Doch wie sieht es eigentlich mit Musikvermittlung durch YouTube aus? Und wie siehts eigentlich mit TV aus? Gibt es dort überhaupt so etwas wie "Musikvermittlung"?

Die Studierenden des fünften Semesters Bachelors Musikjournalismus beantworten in ihren Dokumentationen all diese Fragen.

Digitale Musikvermittlung an Theater-, Konzert- und Opernhäusern

© Ulrich Wiederspahn

Seit Corona sind die Theater, Konzert- und Opernhäuser dicht. Neben den Vorstellungen fällt auch die Musikvermittlung weg, also Jugendchöre, Kindertheater und so weiter. Daher wird die Musikvermittlung gezwungen, ins Digitale auszuweichen. Aber welche Angebote gibt es überhaupt? Wie werden sie genutzt? Und warum ist in Deutschland das Verhältnis zur Digitalisierung immer noch recht schlecht? Milena Jaiser und Ulrich Wiederspahn gehen in dieser Doku den Ursachen auf den Grund. Interviewpartner*innen sind Elena Kountidou vom Berliner Konzerthaus, Jasmin Bachmann vom SWR Symphonieorchester und Prof. Marc Godau.

Musikvermittlung an Schulen – Können digitale Angebote den Musikunterricht retten?

© Laura Schiffler

Kein gemeinsames Singen, kein Musizieren. Instrumente ausprobieren und lernen geht nicht, und mit in der Klasse in Konzerte gehen schon drei mal nicht. Musikunterricht an Schulen ist gerade nur sehr beschränkt möglich. Die Pandemie macht es den Schulen schwer, die Lehraufträge wie bisher zu erfüllen. Deshalb greifen MusiklehrerInnen auch gerne mal auf digitale Musikvermittlungsangebote zurück. 

© Laura Schiffler

Aber wie kommen die Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter eigentlich an? Gibt es auch private Anbieter, die etwas zu bieten haben? Z.B. Konzerthäuser? Was kann noch verbessert werden und was wünschen sich die Lehrer für die Zukunft?

Laura Schiffler hat die Möglichkeiten und auch die Zukunft der digitalen Musikvermittlung im Musikunterricht untersucht.

"Musikinfluencer" - Musikvermittlung auf YouTube

YouTube ist die erfolgreichste Plattform für Videos im Internet.

Jeden Tag schauen Zuschauer um die 100 Millionen Stunden Videomaterial.  Mit nur einem klick kann man fremde Länder entdecken, Nachrichten verfolgen und  kochen lernen. 

Im Gegensatz dazu stehen traditionelle Unterhaltungsorte:

Theater, Opern und Konzerthäuser haben rückläufige Zuschauerzahlen und eine  immer grauer werdenden Demografik. 

Können Musikinfluencer eine Lösung für das Problem darstellen? Diese Frage stellt sich Tabea Wilkens in ihrem Videoessay. Sie spricht mit dem langjährigem YouTuber Klaus Kauker über den Wandel der Plattform und die Rolle von YouTube in der Musikvermittlung. Dirigentin Elisabeth Fuchs ist dagegen noch recht frisch auf YouTube. Ihr geht es vor allem darum, soziale Hürden abzubauen  und eine junge Zielgruppe zu erreichen. Die digitale Musikvermittlung ist allerdings noch in den Kinderschuhen, das macht die Professorin für Musikvermittlung deutlich. Es gibt noch kaum Daten und Statistiken. Deshalb bleibt die große Frage: Können Jugendliche vom Bildschirm in die Konzerthäuser gelockt werden? Dazu bietet dieser Essay verschiedene Denkanstöße.

Musikvermittlung im linearen Fernsehen- Quote vor Bildung?

© Johannes Heuft

Musik im (linearen) Fernsehen, das ist gar keine Seltenheit. Shows wie The Voice, DSDS, Die ultimative Chartshow u.v.m. laufen sogar zu besten Sendezeiten. Aber wo bleibt die Musikvermittlung? Hat sie einen Platz im Fernsehen oder wird die Bildung der Quote untergeordnet? Dieser Frage sind Marcel Hiller und Johannes Heuft nachgegangen.

Wenn man die Fernsehzeitung durchblättert, wird relativ schnell klar, dass es fast keine Sendungen zum Thema Musikvermittlung im TV gibt. Zumindest quasi keine, die offensichtlich mit dem Anspruch antritt, Musik vermitteln zu wollen. 

 

© Johannes Heuft

Doch um behaupten zu können, dass im Programm keine Musikvermittlung läuft, muss man erstmal wissen, was denn überhaupt Musikvermittlung ist. Stefanie Finke-Grimm, Lehrbeauftragte für Musikvermittlung an der HfM Karlsruhe definiert es folgendermaßen:

"Man versucht in der Musikvermittlung über die Sprache, über Emotionen Zugänge zur Musik zu schaffen, die sich nicht allein über die Musik erklären lassen." Von dieser Definition ausgehend, ist das Suchergebnis für Sendungen im TV, die was mit Musikvermittlung zu tun haben, nicht wesentlich befriedigender. Warum die Situation so ist, welche Möglichkeiten der Verbesserung und welche Wege und Mittel es dazu gibt, erfahrt ihr im Video.