VOICES
Der »Frauen in der Klassik« Podcast
© Liv-Berit Heinz
VOICES - Der »Frauen in der Klassik« Podcast
Ein Podcast von Liv-Berit Heinz
Frauen in der Klassik gibt es mittlerweile viele. Sie spielen, unterrichten, leiten Chöre oder Orchester, organisieren Festivals, komponieren oder managen. Und trotzdem sind sie in ihrer Arbeit oft weniger sichtbar, werden anders bewertet oder gar nicht erst mitgedacht. Viele haben erlebt, dass ihnen weniger zugetraut wird, dass sie sich doppelt beweisen müssen oder, dass ihre Arbeit schlicht übersehen wird.
Dort setzt dieser Podcast an. Ich habe mit Frauen aus verschiedenen Bereichen der Klassik darüber gesprochen, wie sie Geschlechterverhältnisse in dieser Branche individuell erlebt haben.
Folge 1 -Veronika
„Es gab halt einfach keine Komponistinnen.“ Diesen Satz hört man erstaunlich oft, wenn es um klassische Musik geht. Doch er stimmt nicht. Natürlich gab es Komponistinnen – und zwar viele. Komponistinnen wie Fanny Mendelssohn oder Clara Schumann sind bekannt, viele andere dagegen kaum – trotz ihres Talents. Bis heute ist die Kompositionswelt männlich dominiert. Warum ist das so? Was hat sich verändert – und was noch nicht?
In der 1. Folge von VOICES spreche ich mit Veronika Reutz Drobnić. Sie ist Komponistin und derzeit Doktorandin an der Hochschule für Musik Karlsruhe sowie an der Zürcher Hochschule der Künste. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die Gegenwart des Komponierens und darauf, was sich für Frauen in der Musik schon verändert hat.
Folge 2 - Mary Ellen
Selbstbewusst, stark, dominant – so soll ein guter Dirigent sein. Zumindest, wenn man nach dem geht, was in vielen Köpfen immer noch ganz selbstverständlich zu dieser Rolle gehört. Und was fällt an diesen Eigenschaften auf? Richtig: Sie gelten fast alle als typisch männlich. Deshalb hieß es oft: Frauen können das nicht. Heute gibt es für Dirigentinnen zwar weniger Widerstand, doch der Weg dahin war lang. Wie war das also in den 1980ern, als Dirigentinnen noch Ausnahme waren? Was hat sich verändert – und was muss noch passieren?
In der 2. Folge spreche ich mit Mary Ellen Kitchens. Sie ist Musikwissenschaftlerin und Dirigentin, beschäftigt sich schon lange mit der Rolle von Frauen in der klassischen Musik und ist Vorstandsfrau im Archiv Frau und Musik (Willkommen – Archiv Frau und Musik).
Folge 3 - Meredi
„Ich seh halt nicht aus wie Bach oder Mozart!” In der 3. Podcastfolge spreche ich mit der Komponistin Ina Meredi Arakelian über Geschlechterklischees, fehlende Vorbilder und Sexismus in der Kompositions-Branche.
Folge 4 - Christina
Wer auf der Bühne stehen will, darf keine Kinder haben – dieses Bild hält sich in der Kulturwelt bis heute hartnäckig. Mütter verschwinden oft aus dem Rampenlicht, weil Strukturen fehlen, die Familie und Kunst vereinbar machen.
Christina Sidak kennt beide Welten: Sie ist erfolgreiche Mezzosopranistin, dreifache Mutter und engagiert sich im Vorstand vom Verein Bühnenmütter (BÜHNENMÜTTER e. V. - Verein für familienfreundliche Strukturen in den darstellenden Künsten). In dieser Folge erzählt sie, wie ihre Mutterschaft den Beruf beeinflusst hat, welche strukturellen Hürden es für Mütter noch gibt und wie der Verein Bühnenmütter daran arbeitet, die Kulturbranche familienfreundlicher zu machen.
Folge 5 - Antonia
Wie fühlt es sich an, als Frau in der männerdominierten Jazzszene Posaune zu spielen? In dieser Folge spreche ich mit der Posaunistin Antonia Hausmann über späte Einstiege, fehlende Vorbilder, unlustige Posaunen-Witze und darüber, warum es manchmal völlig okay ist, einfach zu sagen, dass man seine Tage hat.