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Campusradio Karlsruhe

Ehrenamtlich im Café Nun. Laura Eigbrecht im Interview.

Kulturraum Nun: Ein Wohnzimmer mit Herzblut

© Simon Beha

Von Cassian Fritz am veröffentlicht.

Ehrenamt im Kulturraum Nun

Der Karlsruher Kulturraum Nun bietet Platz für bis zu 100 Gäste. Seit sechs Jahren prägt Laura Eigbrecht das ehrenamtliche Projekt mit viel Leidenschaft.

Konzerte, Quizabende, und eine Atmosphäre wie im eigenen Wohnzimmer: Der Kulturraum „Nun“ in der Karlsruher Oststadt ist eine feste Größe in der freien Szene. Das Besondere: Der winzige Laden wird komplett ehrenamtlich betrieben. Im Interview spricht Teammitglied Laura Eigbrecht über kuschelige Abende, die enge Zusammenarbeit im Viertel und die Frage, wie viel Privatleben im Ehrenamt steckt.

C:

Was genau passiert denn im Cafe Nun und was zeichnet es aus?

 

L:

Das Cafe Nun ist einer der allerkleinsten Kulturräume Karlsruhes. Hier in der Gottesauer Straße bringen wir mit gemütlichen, wonzimmerartigen Veranstaltungen Kultur in die Oststadt. Unser Hauptaugenmerk liegt auf Konzerten. Außerdem tritt regelmäßig unsere Haus-und Hof-Kabaretttruppe “Die Wahrhaft Schwachen” auf. Daneben gibt es Quizabende, Jam-Sessions und Biertastings

 

 

C:

Für alle Leute, die noch nicht im Nun waren. Wie viele Menschen passen denn da rein?

 

L:

Bei uns passen maximal einhundert Leute rein. Dann ist aber

richtig kuschelig. Dann sind alle Sitze voll, und die Leute sind hinter der Bühne, neben der Bühne, vor der Bühne und sie sitzen im Fenster und an der Bar.

 

C:

Und wie kann man sich dort dann das Publikum vorstellen?

 

L:

Es gibt ein paar Leute, die kommen immer wieder. Es gibt aber auch jedes Mal Leute, die ich noch nie im Nun gesehen habe. Und die Atmosphäre ist auf jeden Fall gemütlich. Man kommt einfach ins Gespräch. Und was die Künstler bei uns super doll schätzen, ist, dass unser Publikum so aufmerksam ist.

C:

Sie sind ja jetzt schon ganze sechs Jahre dabei, haben Sie noch irgendwelche Pläne oder Wünsche für die Zukunft?

 

 

 

L:

Was immer sehr schön ist, dass wir im Kulturring in Karlsruhe sind, da ist die freie Szene versammelt. Und ich finde es immer schön, wenn wir zusammen was machen. Wir haben deswegen auch schon mal mit dem Kohi, mit Querfunk und mit dem Schreckfest kooperiert. Und mit der Stephanus Buchhandlung machen wir Lesungen zusammen, sowas macht mir Spaß. Und da freue ich mich drauf, wenn wir das noch weiter ausbauen. Was wir jetzt die Jahre auch immer mal gemacht haben, weil das Nun  so klein ist und wir nicht so laut sein dürfen, gehen wir manchmal auch raus. Wir haben so ein Format, das heißt Auswärtsspiele. Und da waren wir hier zum Beispiel schon auf dem Schlachthofgelände.

 

C:

Gehen wir mal auf die Ehrenamtliche Arbeit ein. Aus wie vielen Personen besteht denn das ehrenamtliche Team und arbeiten alle ehrenamtlich dort?

 

 

L:

Wir sind alle ehrenamtlich. Ich glaube, so wie die Welt gerade ist, könnten viele dieser Konzerte sonst gar nicht stattfinden.

Kann man natürlich aber positiv sehen. Dadurch können wir viele Sachen machen. Mit einem Kernteam von 15 Leuten, die recht aktiv sind, die immer mal wieder eine Schicht machen, wird der Laden so bisschen am Laufen gehalten.

 

Und dann haben wir noch ein paar Mitglieder und auch Fördermitglieder, die ganz selten mal vorbeischauen, aber uns sonst auch einfach unterstützen. Und auch eine Thekenschicht ist aber immer zu vergeben.

 

 

C:

Wie beeinflusst Sie das Ehrenamt denn in ihrem Privatleben?

 

 

L:

Klar ist es manchmal echt Zeitaufwändig und wenn man eh schon einen langen Tag hatte, dann ist es auch einfach echt viel Arbeit. Gleichzeitig mache ich Sachen, da bin ich vorher gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich das mache. Also als Musiknerd ist es auch echt cool wie wir mit den Bands in den Austausch gehen und mal hinter die Kulissen schauen können. Außerdem bekommen wir so viel Dankbarkeit. Man Kann auch im Engagement Sachen ausprobieren. Also zu 95 Prozent ist es einfach eine schöne Erfahrung und eine große Freude das mit Lieben Leuten zu machen. Solche Erlebnisse zu schaffen, kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, sich irgendwo einzubringen und zu Engagieren macht wirklich spaß und es ist auch einfach wichtig.

 

Zur Website:

nun.cafe

© Simon Beha

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